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Ich arbeite in meiner Malerei, Druckgrafik und Steinbildhauerei in allen Materialien und Techniken, die meinen wechselnden Leidenschaften gefallen.

Bilder kommen aus irrationalen, wilden Impulsen. Man folgt ihnen, versucht Ordnung zu schaffen. Aber man wird nie mit ihnen fertig. Wenn ich Glück habe, wird das Bild eine Tür zu neuen Möglichkeiten.

Schon immer existiert bei mir Gegenständliches und Ungegenständliches nebeneinander. Diese inhaltliche und formale Spannweite kennzeichnet meine Arbeit und ist für mich kein Widerspruch. Vielmehr treibt die Bewegung zwischen diesen Polen meine Arbeit vorwärts.

Meine Bilder verstehe ich metaphorisch. Ob reine Malerei ohne Sujet oder Figuratives – die Erscheinung zeigt Wesentliches, kommt aus emotionaler Tiefe. Inhaltliche Bezüge und rein visuelle Hermetik sind eins.

Konzeptuelles und Spontanes bestimmen meine Bilder zugleich.

Nur den Pinsel gebrauchend wird die Farbe so bewegt und geformt, dass plastische Eindrücke wie Wellungen, Aufkantungen, Staffellungen, Vertiefungen und Räume entstehen. Durch Hineinarbeiten in die Farbmaterie werden Strukturen, Gliederungen und Unterteilungen erzeugt. Das Weiß der Leinwand spielt bei einigen Arbeiten eine Rolle. Der Grund ist nicht als illusionistischer Bildraum, sondern bewusst als materieller Grund sichtbar gelassen, auf dem das Entstehen von plastischen Wirkungen im Arbeitsprozess durch das Ansetzen und Bewegen des Pinsels nachvollziehbar ist. Durch Verflüssigung der Farbe entstehen stark lichthafte, transparente Wirkungen. Ich arbeite in dieser neuen Serie mit Ölfarben, weil diese im Gegensatz zur schnell trocknenden Acrylfarbe sich lange bewegen lassen, um die gesuchte Wirkung langsam heraus zu formen, bevor die Flüssigkeit erstarrt. Ich arbeite seriell in Abwandlungen und Variationen von Ideen und Möglichkeiten, die sich während des Malens ergeben.

Mir geht es nicht um Realismus, Abbildung, Darstellung der Erscheinung, sondern um Vertiefung, um Berührung der Wirklichkeit. Was heißt „realistisch“ oder „abstrakt“? Wer würde bei einem so abstrakten Bildzeichen wie dem „Vorfahrt achten“ – Schild nicht auf die Bremse treten? Immer geht es in der Malerei um Wesentliches, das heißt um Wirklichkeit. Zugleich ist in geheimnisvoller Weise das Wesen des Bildhaften nicht Realität, sondern Abstraktion. Wirklichkeit muss gar nichts mit der optischen Erscheinung von irgendetwas zu tun haben. Keiner weiß, was Wirklichkeit ist. Aber sie ist da und man muss man sich in jedem Alltagsaugenblick und in der Kunst ein klares Bild von ihr machen.


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